Geschichte 1900 - 1910

1900

Zu Beginn des neuen Jahrhunderts entschließen sich auch in unserer Ortschaft beherzte Männer den Verein "Freiwillige Feuerwehr Oberrußbach" zu gründen.

Da kein Protokoll über die Gründungsversammlung vorhanden ist, kann man sich nur anhand der Eintragungen im Standesbuch orientieren. Hier werden die Männer mit Eintrittsdatum 1. Mai 1900 geführt. So gesehen muß die Gründungsversammlung in den ersten Monaten des Jahres 1900 stattgefunden haben. Die Dotierung der Vereinsstatuten, die übrigens selbst verfaßt und nicht nach dem Muster des Landesfeuerwehrverbandes geschrieben wurden, stehen mit 13. Juli 1900 zu Buche. Diese Statuten wurden dann in der Gemeinderatssitzung am 15. Juli 1900 einstimmig genehmigt. Über den Dienstweg gingen diese zur Bezirksbehörde Korneuburg und dann weiter an die k.k. NÖ. Statthalterei, um dort zu einer Nichtuntersagung des Vereines vorgelegt zu werden.

Die Nichtuntersagung der Gründung des Vereines "Freiwillige Feuerwehr Ober-Rußbach" wurde am 6. August 1900 durch die k.k. NÖ.Statthalterei mittels Bescheid festgelegt (Bescheid Nr. 68240). Somit war unsere Wehr auch seitens der Behörde amtlich registriert.

Aus den Gründungsmitgliedern geht Anton Braunstein als erster Kommandant hervor. Der Stellvertreter des Hauptmannes ist zu dieser Zeit Franz Maier. Als letztes Gründungsmitglied stirbt Herr Josef Wickenhauser am 11. April 1969.

Die erste Aufzeichnung im Kassabuch, das seit 21. Oktober 1900 geführt wird, ist mit einer Darlehensaufnahme von 2.000 Kronen bei der Vorschußkasse Stockerau niedergeschrieben. Auch bei Bürgermeister Haslinger Lorenz nimmt man 160 Kronen als Darlehen auf. Von den Hausbesitzern in Oberrußbach werden 73 Kronen gesammelt. Die Wechselseitige Versicherungsgesellschaft spendet 80 Kronen und sogar die ausübenden Mitglieder der Wehr werden zur Kasse gebeten (Sammlung 30 Kronen). All dieses Geld braucht man zum Ankauf der Feuerspritze samt Ausrüstung. Die Spritze wird bei der Firma Kernreuter in Wien von Hauptmann Anton Braunstein und seinem Stellvertreter Franz Maier um 1.907 Kronen gekauft. Die Belastung der Kasse geht weiter, denn man kauft für die Mannschaft Zwilchmonturen zu einem Preis von 340 Kronen.

1901

Feierliche Einweihung der Feuerspritze. Es gibt sogar Festabzeichen sowie Einladungen zu dieser Weihe.

1902

Da nun einmal die Feuerspritze da ist, muß sie auch irgendwo untergebracht werden. So entschließt man sich zum Bau eines Spritzenhauses, um dort die Gerätschaften, Monturen und die Spritze unterzubringen.
Zum Bau des Feuerwehrhauses trägt eine Subvention des Landesausschusses mit 600 Kronen sowie eine Spende der Wechselseitigen Versicherung (130 K) und Wiener Versicherung (20 K) entscheidend bei. Den Rest zur Auszahlung von 1.000 Kronen an die Baufirma (Name unbekannt) trägt wiederum Bürgermeister Haslinger in Form eines Darlehens bei. Auch eine Spende Seiner Majestät von 100 Kronen aus der Privatschatulle des Kaisers wird der Feuerwehr im selben Jahr zuteil.
Schon damals - genauso wie heute - machen sich die Männer Gedanken, wie man am besten zu Geld kommt, um diverse Anschaffungen zu ermöglichen.

1903

Am 22. September wird das erste Feuerwehrfest veranstaltet. Eine Spende von Hr. Pacher in der Höhe von 40 Kronen sowie Einnahmen von 34,50 Kronen vom Feuerwehrfest stehen den Ausgaben für Schlauchrequisiten, Plakate für das Fest, Postporto und der Rechnung des Gasthauses Mundsperger gegenüber. Der Kassastand beträgt somit 40 Kronen, weiche beim Gemeindeamte erliegen.

1904

Der erste Feuerwehrball wird im Gasthaus Mundsperger veranstaltet und bringt einen Überschuß von 63,24 Kronen. Ein Empfang des NÖ Landes Ober-Einnnehmer-Amtes für die Unterstützungskassen der Freiwilligen Feuerwehr von 300 Kronen ist auch in diesem Jahr verzeichnet. 

1905

Am 30. Jänner muß unsere Wehr zu einem Großbrand in Puch ausrücken, da es dort wohl eine Feuerwehr gibt - aber keine Spritze.
Im Anwesen des Josef Schnepf bricht um 02.00 Uhr früh ein Feuer aus, welches Wohn- und Wirtschaftsgebäude, den Schuppen sowie 3 Schweineställe vernichtet. Durch den herrschenden Wind wird auch das Anwesen des Leopold Gruber in Brand gesteckt. Der Dachstuhl des Wohn- und Wirtschaftsgebäudes samt Futtervorräten, Schuppen und Schweineställe werden ein Raub der Flammen. Der angerichtete Schaden beläuft sich bei Schnepf auf 1.800 und bei Gruber auf 1.100 Kronen.
Die Feuerwehren von Ober-Rußbach und Breitenwaida können erst nach zweistündiger anstrengender Arbeit den großen Brand löschen.

1906

Leopold Gansberger verletzt sich im Feuerwehrdienst und erhält von der NÖ-Landes-Unterstützungskassa, die 1875 gegründet wurde, 15 Kronen ausbezahlt. Bei der Firma Kernreuther werden Schläuche angeschafft.

1908

Der Hauptmann Anton Braunstein legt aus Altersgründen sein Amt zurück.
Bei den Neuwahlen wird der zur Zeit amtierende Stellvertreter Franz Maier zum neuen Hauptmann gewählt. Über den Hauptmannstellvertreter gibt es leider keine Aufzeichnungen, (da nur sehr wenig festgehalten wurde.)
Der Lehrer Ignaz Gstettner übernimmt das Amt des Schriftführers und Kassiers.
In diesem Jahr feiert der Kaiser sein 60-jähriges Regierungsjubiläum.

1909

Vom Schneidermeister Josef Steinböck aus Niederrußbach werden Monturstücke für unsere Wehr angefertigt.
Durch Hagelschlag entsteht erheblicher Schaden in unserer Gemeinde.

1910

Vom NÖ Landes-Ausschuß werden 200 Kronen an Subvention ausbezahlt.
In diesem Jahr scheint in den Niederschriften zum ersten Mal das Kirchweihfest auf, die Abhaltung wird jedoch nicht von der Feuerwehr durchgeführt, lediglich die Feuerwache zu diesem Fest wird von der Wehr übernommen.

Leopold Gansberger verletzt sich im Feuerwehrdienst und erhält von der NÖ-Landes-Unterstützungskassa, die 1875 gegründet wurde, 15 Kronen ausbezahlt. Bei der Firma Kernreuther werden Schläuche angeschafft.